… dass die Zeit einer gesetzlichen Regelung unterliegt?

Die Zeit im Mittelpunkt gesetzlicher Regelungen ist keine Eingebung, die erst in den letzten Jahrzehnten aufkam. Die Idee einer saisonalen Zeitumstellung wurde erstmals im Jahre 1784 von Benjamin Franklin in einem Brief über die Kosten des Lichtes an die Herausgeber einer Pariser Zeitschrift erwähnt, in dem er den hohen Verbrauch an Kerzen kritisierte. Aufgrund des humorvollen Charakters des Textes, ist allerdings nicht davon auszugehen, dass es sich um einen ernsthaften Vorschlag handelte.

Am 30.April 1916 wurde erstmals die Zeitumstellung im Deutschen Reich und in Österreich-Ungarn eingeführt, um die Stundenzahl mit nutzbarem Tageslicht zu vergrößern. Im Jahre 1975 beschlossen viele Länder der Europäischen Gemeinschaft die Einführung der Sommerzeit, welche dann 1977 umgesetzt wurde. Nach der Ölkrise 1973 sollte durch eine bessere Nutzung des Tageslichtes Energie gespart werden.

Das Gesetz über die Einheiten im Messwesen und die Zeitbestimmung regelt u.a. welche Zeit in Deutschland gilt und wann bzw. wie die Zeit saisonal umgestellt werden soll. Gemäß § 4 Absatz 1 des Einheiten- und Zeitgesetzes ist die gesetzliche Uhrzeit die mitteleuropäische Zeit (MEZ), welche für Teile Europas – unter anderem für die deutschsprachigen Gebiete gilt. Die MEZ ist bestimmt durch die koordinierte Weltzeit (UTC-Universal Time Coordinated) unter Hinzufügung einer Stunde. Gemäß § 5 Absatz 1 des Einheiten- und Zeitgesetzes wird das Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie ermächtigt, zur besseren Ausnutzung der Tageshelligkeit und zur Angleichung der Zeitzählung benachbarter Staaten durch Rechtsverordnung, für den Zeitraum zwischen dem 1. März und dem 31. Oktober die mitteleuropäische Sommerzeit (MESZ) einzuführen. Im Absatz 2 heißt es nun, dass die mitteleuropäische Sommerzeit jeweils an einem Sonntag beginnen und enden soll. Das Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie bestimmt den Tag und die Uhrzeit, zu der die mitteleuropäische Sommerzeit beginnt und endet, sowie die Bezeichnung der am Ende der mitteleuropäischen Sommerzeit doppelt erscheinenden Stunde.

Im Jahr 2017 befinden wir uns seit dem 30.10.2016 in der gesetzlichen Winterzeit. Dabei wurde die Uhr um 1 Stunde von 3 auf 2 Uhr zurückgestellt, „die Nacht war 1 Stunde länger“. Dabei erlebten wir die Zeit von 2.00 Uhr bis 3.00 Uhr zweimal. Die Bezeichnung der ersten Stunde wird mit 2.00 a Uhr und die zweite Stunde mit 2.00 b Uhr angegeben.

Die nächste Zeitumstellung ist am: Sonntag den 26.03.2017 um 2:00 Uhr. Die Uhr wird dann um 1 Stunde vorgestellt, „die Nacht ist also 1 Stunde kürzer“.

Als Erinnerungshilfe kann die „Straßencafé-Faustregel“ dienen: Im Frühjahr werden die Stühle vor das Lokal gestellt, im Herbst kommen sie zurück ins Lager.